Tania Maria Niermeier
Mediale Beratung

Die Magie der Hexerei

Interview mit Tania Maria Niermeier
Hexerei ist mit vielen Vorurteilen behaftet. Dabei bietet gerade diese Art der Magie eine Möglichkeit, einen naturverbundenen Kontakt mit der Wirklichkeit zu finden und eigene Potenziale auszuschöpfen. Wir sprachen mit Tania Maria Niermeier, der Leiterin der Hexenschule. Ihre Arbeit beruht auf langer Familientradition und reicht bis zu Ihrer Ururgroßmutter zurück. Als Hellseherin, Medium und spirituelle Lehrerin arbeitet sie seit 1990 in Berlin.Im Zusammenhang mit Hexerei und Hellsehen gibt es oft die Assoziation der schwarzen Magie. 

Wie arbeiten Sie mit Ihren Klienten?

Magie ist keine Manipulation. Ich bin keine Hexe, die mit einem Zauberstab durch die Gegend wedelt, eine schwarze Kerze anzündet und ein Foto verbrennt und dann sagt, so jetzt kommt dein ehemaliger Lebenspartner zurück. Das halte ich für Unsinn. Wenn man Magie betreibt, muss man in einer Herzensverbindung sein mit allem. Herzensverbindung bedeutet, ich muss bedacht mit allem Leben umgehen. Bin ich das nicht, bringe ich die Dinge aus dem Gleichgewicht. Das ist weder für mich noch für jemand anderen gut. In dieser Weise kann ich auch etwas nicht in helle oder dunkle Magie einteilen. Und wenn man sich entschieden hat, mit Menschen zusammen zu arbeiten, sie zu begleiten und auch wirklich ehrlich zu helfen, dann darf man in solchen Kategorien nicht denken. Wenn Menschen wegen magischen Angelegenheiten zu mir kommen, so sind sie meistens in Not und stecken selbst in solchen Bewertungen. Ihr Ego ist dafür verantwortlich und dann wollen sie irgendetwas bekommen, das ihnen aber oftmals gar nicht gut tut. Wenn man folglich Magie betreibt, sollte man sich außerhalb dieses Gewebes befinden und die Dinge von oben betrachten. Man kann es als Metaebene oder die Rolle des Beobachters bezeichnen. Magie ist somit auch nicht das, was die Menschen verändert, sondern die Menschen sind es selbst, die Veränderung bewirken. Es gelingt allerdings nur, wenn sie im Gleichgewicht sind. Die Magie ist dabei die Selbsterkenntnis.

Welche Bedeutung haben Rituale?

Ritualistiken übe ich aus, weil es mich in Verbindung bringt mit den Elementen der Natur – wie Wind, Erde oder Feuer – und ich kann diese Kräfte in mir fühlen. Durch diese Verbundenheit habe ich die Möglichkeit, in eine ganz andere Position zu gelangen und kann mich als Mensch viel besser in dieses Lebensgewebe einbringen. Dadurch erhalte ich Kraft. Es stärkt mich und die Menschen, die um mich herum sind. Rufe ich die Elemente, ziehe ich Schutzkreise und gehe ich bedacht mit diesen Dingen um, indem ich Opfergaben für die Erd-Mutter und die Naturwesen erbringe, kann ich aus der Verbundenheit heraus Rituale anwenden. Hierbei geht darum, Dinge zu rufen, zu transformieren oder loszulassen. Ich wende Heilrituale, Geldmagie oder auch Schutzrituale an.

Haben Hexen eine Ethik?

Wenn meine Schüler zu mir kommen, dann kommt es oft vor, dass sie noch nicht in Verbindung mit ihrer Umwelt sind. Sie agieren aus ihrem Mangel heraus und wollen dann ihre Umwelt verändern. Es ist eines der ersten Dinge, die ich lehre, nicht andere zu beeinflussen, sondern durch Selbstbeschauung zu sehen, wo kommt der eigene Mangel her. Es ist eines der größten ethischen Grundsätze, bevor man andere Menschen behandelt. In meiner Familie, in der ich aufgewachsen bin, war Magie, Hexerei und Ritualistik stets etwas sehr Ehren- und Liebes volles. Diese innere Angelegenheit wirkt, keine Pentagramme oder Scharlatanerie.Welche Hilfsmittel benutzen Sie?Man kann alles nehmen. Für mich ist das Wichtigste die Natur, in sie hineinzugehen und sie anzurufen. Dafür benutze ich Materialien, die ich in der Natur finde. Das kann ein Stein oder Stock sein. Dabei bringen meine Schüler, wenn wir zum Beispiel nachts in den Wald gehen, aber auch Sachen mit, denn es ist nicht nur ein Nehmen, sondern auch Geben. Das ist das Gesetz des Gleichgewichts. 

Was lernen Ihre Schüler in der Hexenschule als erstes?

Die Ausgangsfrage ist die, was ist das Bedürfnis der Person. Dann wird herausgefunden, warum es nicht erfüllt ist. Das liegt daran, weil ein Trauma oder irgend etwas in der Kindheit oder einem früheren Leben passiert ist. Daraus ist ein Mangel entstanden, der in einer Sehnsucht mündet. Dieses Konzept ist Basis einer seriösen Arbeit. In der ersten Stunde gibt es dadurch sofort die Selbstbeschauung. In den nächsten Stunden wird aber auch schon gelehrt, eine Aura oder Wesenheiten zu sehen oder Medialität und die eigene Gabe zu erwecken. Ich habe Techniken und Konzepte entwickelt, womit ich mit meinen Schülern rasch in andere Ebenen gehen oder auch Rückführungen machen kann. Hinzu kommen die hellsichtige und Kartenlegen-Kunst oder Astralreisen. Es ist in Stunden eingeteilt, wobei neben der Selbstbeschauung immer auch gleich die Arbeit mit den rituellen Handlungen erlernt wird. Zusätzlich nehme ich meine Schüler auch zu Aufträgen mit, etwa in Geisterhäusern, damit sie erlernen, Haussegnungen zu machen oder Räume spirituell zu reinigen. 

Können Sie gerade diese Geister etwas ausführen? Das verstehe ich nicht.

Es gibt zum einen Orte, wo Erlebnisse eines Traumas gespeichert sein können, wie auf einer CD. Das sind oft ortsgebundene Geister und diese können Menschen beeinflussen. Dann gibt es auch Begleitgeister. Diese muss man nicht bewerten, ob positiv oder negativ. Zu erkennen ist aber, ob sie den Menschen Energien rauben. Geister zu sehen kann man lernen und die Umstände heilen. Wir Menschen haben alle diese Fähigkeit. Es geht also darum, dass die Menschen es wieder erlernen und nicht nur 20 Prozent ihres Potentials benutzen. Im Sinne der geistigen Evolution geschieht dabei momentan ein riesiger Bewusstseinswandel. Ich sehe das an meinen Klienten und Schülern. Die Thematik wird ernstgenommen und es ist für unsere Welt, die Erde und Natur sehr wichtig, durch diese spirituelle Sicht den Wandel zum Guten voranzubringen. Und man braucht keine Angst zu haben, da Angst eine Täuschung ist. Angst ist nur ein Prozess aus einer alten Erfahrung und nicht gegenwärtig notwendig.

Ihre Arbeit klingt dadurch auch nach Therapie?

Hexerei war schon immer therapeutisch. Ich komme aus einer Familie, wo wir als Menschen gesehen wurden, die einen anderen Blickwinkel haben. Wenn man früher zurückgeht, waren die Berater der Könige auch Hellseher, weil sie durch ihre Hellfühligkeit wahrnehmen konnten, was auf einen zukommt. Und wenn man etwas für die Menschen tut, sollte es immer eine therapeutische Ambition geben. Heute wird es eben Therapeut und Psychologe genannt, früher Hexe und Schamane. Die Schamanen und Hexen unterscheiden sich dabei nur durch unterschiedliche Stammeslinien und der Art und Weise, wie sie herangehen. Eine Hexe kann durch die Ebenen gehen, sie kann hellsehen, sie kann Geister und Auren sehen, sie kann die Gedanken von Menschen lesen, sie kann sich in die Zukunft oder die Vergangenheit begeben und sie kann Menschen helfen, wieder auf ihren Weg zurück zu gelangen. Das kann ein Schamane auch, nur, vereinfacht gesagt, trommelt er nebenbei. Aber jeder Mensch muss selbst sehen, was für ihn richtig ist. Es gibt aber auch Menschen, die ich selbst zu einem klassischen Therapeuten schicke – wobei ich auch sagen muss, dass eine Klasse von mir nur aus Psychologen besteht, die das Hexen bei mir lernen.